Burglengenfelder Drittklässler bekamen Besuch von der Feuerwehr
Am Freitagvormittag stand der sogenannte Blaulichttag für alle Kinder der dritten Klassen der Hans-Scholl-Grundschule auf dem Stundenplan. Dieser außergewöhnliche Tag gilt nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei Lehrern und Ehrenamtlern als einer der absoluten Höhepunkte im gesamten Schuljahr.
Pünktlich zum Unterrichtsbeginn trafen daher heuer gleich fünfzehn Feuerwehrmänner und -frauen sowie zwei weitere Ehrenamtler der BRK-Bereitschaft Burglengenfeld mit ihren Einsatzfahrzeugen auf dem Schulhof ein und ließen ihre blauen Rundumleuchten kreisen.
Kinder durften selbst an die Kübelspritze
Ihr Tagesziel lautete, die Kinder in der Brandschutzerziehung und -aufklärung (BEBA) über Gefahren durch Feuer aufzuklären und richtiges Verhalten in einem Notfall zu schulen.
Hauptversntwortlich zeichnet dafür seit bereits zehn Jahren Feuerwehrfrau Franziska Dietz. Sie ist die fachlich ausgebildete Instanz bei der Feuerwehr Burglengenfeld und sorgte mit ihrem BEBA-Team für einen eindrucksvollen, erlebnisreichen und kindgerechten Ausbildungstag.
Neben theoretischen Wissensanteilen durften die gut 150 Kinder die mitgebrachten Gerätschaften selbst anfassen und auch mal mit der Kübelspritze hantieren sowie mit einem Feuerwehrschlauch arbeiten.
Das zu durchlaufende Programm beinhaltet sechs Stationen und vermittelte ein breites Wissen für das richtige Verhalten in einem Notfall.
Mit wie viel Eifel die Kinder bei der Sache waren, ließ sich allein an den Wort- und Freiwilligenmeldungen ableiten. Fast alle Kinder wollten beispielsweise unbedingt mit dem Haustelefon einen Notruf absetzen und ließen sich dabei auch nicht von den Rückfragen der Leitstelle aus der Ruhe bringen. Galt es doch, die gerade abgefackelte Playstation vermeintlich zu retten.
Mit einer Mitmachgeschichte führte die nächste Station in die Gedankenwelt eines Kindes, das selbst einen Brand legt, um ihn anschließend mit seinem Spielzeug-Feuerwehrauto zu löschen. Dabei wurden auch Hinweisschilder besprochen, die in der Schule hängen, um die Kinder im Notfall an einen Sammelpunkt zu leiten.
Der unsachgemäße Gebrauch eines Not-Feuerwehrknopfs löste eine besondere Diskussion bei den Schülern aus, wollten sie doch genau wissen, was ein Fehlalarm an Kosten bei den Eltern nach sich ziehen kann.
„Feuerwehrmann Sam“ tauften sie anschließend Uli Nowak, der für sie die Persönliche Schutzausrüstung und den Atemschutz anlegte. Dass der Ehrenamtler mit der ganzen Ausrüstung dabei enorm ins schwitzen geriet, wollten und durften die Kinder auch auf seiner Haut fühlen. Sah er doch im Gesicht am Ende aus wie eine „rote Paprika“ erklärte Bernd Zimmermann die körperliche Anstrengung.
Im Freigelände warteten die BRK-Bereitschaftler Louis Böhm und Fabian Scherer mit ihrem Rettungstransportwagen. Ihr „Patient“ war ein großer Teddy, der mit seinem Fahrrad gestürzt war und einige Verletzungen davon trug. Rettungskoffer, Defibrillator und Beatmungsbeutel fanden so die Aufmerksamkeit der Kinder.
Unter Aufsicht in den Rettungskorb der Drehleiter
Im Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) durfte man sich als Besatzung und im Innenraum auf den Bevorstehenden Einsatz wartend, Platz nehmen. Zudem gab es eine Rundumerklärung vom Aggregat bis hin zur Rettungsschere.
Als optisches Highlight erwartete die Kinder natürlich auch die große Drehleiter. Bei Marcus Härtl durften die Schüler zudem einmal in den engen Rettungskorb steigen und das Bediendisplay ansehen.
Klassenleiterin Andrea Pritschet bezeichnete den Vormittag als einen der wirklichen Höhepunkte des Jahres. Die Kinder wären total begeistert und haben viel über das Verhalten bei Notfällen gelernt. Außerdem wurde ihnen zudem die eventuell vorhandene Scheu vor der Blaulichtfamilie genommen, so ihr Resümee.
Text und Bildquelle: Stefan Barte Mittelbayerische Zeitung













