Auch in der jüngsten Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Burglengenfeld, die am Dreikönigstag im Gasthaus zu den 3 Kronen stattfand, gab es einen Paukenschlag. Es wurde bekannt, dass Kommandant Michael Prehn am Freitag zuvor gegenüber Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) schriftlich seinen sofortigen Rücktritt erklärt hatte.
Das weckte sofort Erinnerungen an die Hauptversammlung im Januar 2025. Damals hatte Ehrenmitglied Karl-Heinz Strobel mit seinem Frontalangriff auf Prehn für einen Eklat gesorgt. Zwar versuchte man wenig später hinter den Kulissen, die Wogen wieder zu glätten. Doch Insider glaubten schon damals zu wissen, dass Prehn den Rückhalt verloren hatte – und er bei den anstehenden Wahlen im März 2026 sowieso nicht mehr im Amt bestätigt werden würde.
Kreisbrandinspektor Schmidt nahm Stellung
Bei der Begründung seines vorzeitigen Rücktritts berief sich Prehn nun allerdings nicht auf den internen Zwist, sondern machte „externe Differenzen“ geltend.
Damit dieser Vorfall seitens der Feuerwehrführung nicht unkommentiert blieb, nahm Kreisbrandinspektor Thomas Schmidt kurzfristig an der Veranstaltung teil und brachte in seinem Grußwort zumindest etwas Licht ins Dunkel. Der Rücktritt habe auch ihn überraschend getroffen, sagte Schmidt. Letztlich sei die persönliche Entscheidung Prehns aber so zu akzeptieren gewesen.
Schmidt betonte auch, dass der Job des Kommandanten inzwischen sehr komplex geworden sei; er sei schlicht eine große Herausforderung. Diese Arbeit sei auch mit gewissen Pflichten, die im Feuerwehrgesetz verankert seien, verbunden. Hier müssten die Stadt und die Verwaltung einen Kommandanten unterstützen. Enge Zusammenarbeit sei unabdingbar. Ohne dass Schmidt ins Detail gegangen wäre, wurde damit etwas klarer, was die Ursache für den Rücktritt gewesen sein könnte.
Über 1100 Mitglieder – 16 sind aber gestorben
Unter diesem Stern eröffnete Vorsitzender Marcus Härtl die Versammlung im bis auf den letzten Platz gefüllten Gasthaus. Bei einem Personalbestand von inzwischen 1112 Mitgliedern ehrte er zunächst 16 verstorbene Kameraden, wobei er besonders auf einen schwarzen Herbst zurückblickte, in dem der Verein den Verlust des Ehrenmitglieds Herbert Perry, des Ehrenvorsitzenden Martin Deml und des Aktiven Johann Fischer zu verkraften hatte.
Härtl konnte aber auch auf viele erfreuliche Dinge zurückschauen. Er verwies auf unzählige gemeinsame Unternehmungen wie die Winterwanderung, einer Fahrt ins Blaue, das Sommerfest, den Tag der offenen Tür sowie die Weihnachts- und Silvesterfeier. Er dankte allen Helfern, die zum Gelingen all dieser Veranstaltungen beigetragen hatten.
Besondere Worte fand Härtl für Brandmeister Daniel Guice, der für 50 Jahre aktiven Dienst geehrt wurde. Sage und schreibe 18 433 Tage hatte er sich dem Feuerwehrdienst verschrieben. Spontan erhob sich der ganze Saal und zollte Guice durch lang anhaltenden Applaus Respekt. Für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft wurde außerdem Maximilian Fromm ausgezeichnet.
Vorsitzender Marcus Härtl durfte sich über das silberne Ehrenzeichen der Jugendfeuerwehren freuen, das ihm für seine erfolgreiche Nachwuchsarbeit überreicht wurde. Außerdem gab es einige Beförderungen zu vermelden: Rudolf Bader, Louis Böhm, Christopher Brey, Dominik Lehner und Christian Dibrani sind nun Feuerwehrmänner, Lea Kühnel und Lisa Woydig Feuerwehrfrauen.
Unter den 93 Aktiven sind auch zwölf Frauen
Es schloss sich der Bericht über die Leistungen der 93 Aktiven (darunter zwölf Frauen) an. Diesen trug die stellvertretende Kommandantin Theresa Hecht vor. Ihren Angaben zufolge summierten sich bei Einsätzen, Übungen und anderen dienstlichen Tätigkeiten 12 620 Stunden.
Dass die Kräfte stark gefordert waren, zeigte die Statistik: 2025 wurde die Wehr zu insgesamt 191 Einsätzen unterschiedlichster Intensität gerufen. Besonders hob die Kommandantin die großen Brände in der Pestalozzistraße, in der Carl-Maria-von-Weber-Straße, im Zementwerk und in Pilsheim hervor. Nur dank der intensiven Ausbildung sei es gelungen, die Aufgaben zu meistern.
Die Jugendarbeit trägt Früchte
Auch auf die Jugendarbeit ging Hecht ein. Diese trage inzwischen Früchte. Aus der Gruppe der 13 Jugendfeuerwehrler konnten heuer zwei in den aktiven Dienst überführt werden. Ebenso dankte Hecht dem Brandschutzerziehungsteam, das in Zusammenarbeit mit dem BRK Burglengenfeld 240 Kinder aus den Grundschulen das richtige Verhalten im Notfall beigebracht habe.
Bürgermeister Gesche und Landrat Thomas Ebeling (CSU) brachten Dank und Respekt für die ehrenamtliche Arbeit zum Ausdruck, die rund um die Uhr an 365 Tagen geleistet wurde. Dieser Dienst sei unverzichtbar, aber mit starken Belastungen verbunden. Es sei daher alles andere als selbstverständlich, dass sich Frauen und Männer in ausreichender Zahl dafür zur Verfügung stellten.
Satzungsänderung wäre fast gescheitert
Auf den Rücktritt des Komandanten ging Gesche nur am Rande ein. Er sagte, leider sei es nicht gelungen, die Differenzen in einem persönlichen Gespräch auszuräumen. Er werde Prehn aber gesondert verabschieden.
Ferner ging es um eine Satzungsänderung: Ab der nächsten Wahlperiode (2027) sollen die Vorstandsmitglieder des Feuerwehrvereins für drei Jahren (bisher sechs) gewählt werden. Dafür war mindestens eine Dreiviertelmehrheit erforderlich, die aber fast nicht zustande kam. Von 78 Stimmberechtigten votierten „nur“ 58 mit Ja, 17 mit Nein. Das Zünglein an der Waage waren die drei Enthaltungen, die nach Rücksprache und Beratung zweier Rechtsanwälte (Landrat Ebeling und Marcus Huesmann) nicht gewertet wurden.
Text: Stefan Barte / Mittelbayerische Zeitung




















